assets & risiko

vielfalt.

vor dir liegt nun ein ganzer ozean an anlagemöglichkeiten. doch keine sorge, wir werden dir zeigen, was es mit dem thema „assetklassen“ auf sich hat und wie du diese richtig in dein portfolio einbaust. es folgt eine sehr umfangreiche lesson, die dir die wichtigsten anlageoptionen aufzeigen und erklären soll.

vorerst möchten den begriff „klasse“ erklären. klassen entspringen einer vorausgehenden klassifizierung. sie trennen objekte voneinander ab oder weisen gemeinsamkeiten zu. ebenso verhalten sich klassen in der börsenwelt. es gibt langfristige und kurzfristige, risikoreiche und sichere, sowie sich in regionen oder im typ unterscheidene klassen. diese nennt man dann zusammengefasst assetklassen.

warum das wichtig ist? durch assetklassen-streuung und -allokation legst du dein risikoprofil und die geplante laufzeit deines investments fest und reduzierst dein risiko. wir sind uns sicher, dass du einige assetklassen auch schon kennst.

aktien & derivate.

die wichtigste anlageklasse für investoren sind aktien und derivate. doch was sind aktien und derivate überhaupt?

aktien sind von unternehmen ausgegebene anteilsscheine. wenn du aktien besitzt, besitzt du also anteile eines unternehmens. du erhältst dadurch zugang zu aktionärsversammlungen und kannst dort – natürlich abhängig davon wie viele anteile du besitzt – durch dein stimmrecht aktiv mitentscheiden. ebenso erhältst du bei einigen aktien dividendenausschüttungen, da auch der bilanzgewinn pro aktie dir gehört. beachte jedoch, dass dividenden nicht immer und nicht bei jedem unternehmen direkt ausgeschüttet werden. je nach situation werden gewinne des unternehmens zu internen zwecken direkt reininvestiert.

derivate sind spezielle finanzinstrumente, auf die wir nur kurz eingehen möchten. mit diesen kannst du u.a. auf fallende kurse setzen (shorts) oder auch unterschiedliche verträge (optionsscheine, hebelprodukte) abschließen. diese instrumente sind für einsteiger definitiv ungeeignet. falls du mehr über derivate erfahren möchtest, können wir dir folgendes erklärvideo von finanzfluss hierzu empfehlen.

das sogenannte stockpicking, also die konrekte auswahl von aktien, erfordert eine tiefergehende analyse. in der nächsten lesson erfährst du mehr darüber.

etfs & fonds.

kommen wir nun zu einer wesentlich anfängerfreundlichen möglichkeit, sein vermögen anzulegen. etfs und fonds sind von emittenten ausgegebene „sammlungen“ von aktien (oder anderen assets), in die gleichzeitig investiert wird. auch unsere empfohlenen anlagestrategien basieren auf etfs und in wenigen fällen auf fonds. doch was sind etfs und was sind die unterschiede zu fonds?

etfs, ausgeschrieben exchange traded funds, sind grundsätzlich nichts anderes als klassische fonds, die auch in deutschland stark vertreten sind. der markanteste unterschied liegt darin, dass diese – wie der name verrät – weltweit an börsenplätzen gehandelt werden. dadurch entsteht nicht nur eine höhere transparenz, sondern auch eine präzisere wertermittlung. demgegenüber steht bei fonds der bankinterne „marktplatz“, an dem nur kunden der bank teilnehmen können. aber auch einige fonds können mittlerweile an börsen erstanden werden.

etfs folgen dabei immer einem indize (z.b. dem dax). in seltenen fällen sind diese auch ein aktives portfolio, dass von einem emittenten verwaltet wird. im jargon der fondverwalter werden etfs auch als „dummes geld“ bezeichnet, da etfs nicht auf marktsituationen reagieren, sondern strikt das regelwerk abbilden. etfs bieten dir die möglichkeit, in gesamte märkte oder in eine gesamte branche oder ein themenfeld zu investieren. das führt zu einer breiteren diversifikation gegenüber einzelaktien.

vorteile von etfs.

da wir in unseren strategien etfs präferieren, müssen wir an dieser stelle erklären, welche weiteren gründe dafür sprechen. 

  • jährliche kosten, auch ter (total expense ratio) genannt, fallen bei etfs wesentlich geringer aus, da diese größere geldmengen verwalten und nicht aktiv betreut werden müssen. die ter wird dabei direkt aus dem etf-fondvermögen gespeist, du „spürst“ diese kosten also nicht.
  • hinzu kommen die depotkosten, die bei klassischen banken (für den zugang zum fond) wesentlich höher ausfallen. 
  • fonds haben meistens einen ausgabeaufschlag, der mehr als 4% betragen kann. etfs hingegen werden über den spread, also eine differenz zwischen kauf- und verkaufspreis mitfinanziert. dieser liegt bei höchsten 1-2%, in vielen fällen und während den handelszeiten sogar bei weniger als 0,1%. 
  • transparenz, da diese genau diejenigen einzelaktien (oder andere assets) enthalten, die im regelwerk oder indize vorgegeben werden. die inhalte eines etfs unterliegen dabei immer einem den tracking error, also einer (geringen) abweichung von verfolgtem indize und dem realen etf-inhalt.

ein bedeutender nachteil, der sich aber auch häufig als weiterer vorteil herausstellt, ist das verleihen von etf-inhalten. hierbei werden gegen absicherung aktien (oder andere assets) verliehen, wodurch einerseits höheres risiko, aber andererseits eine höhere rendite entsteht. 

justTRADE

robo-advisor.

vielleicht hast du bereits von den neuen robo-advisors gehört. auch diese nutzen i.d.r. etfs, in die per algorithmus investiert wird. viele broker bieten diese tools bereits für kleine sparpläne an. in unserer tool-sektion findest du einen vergleichsrechner, der dir einige der meist verwendeten anbieter und deren bisherige performance aufzeigt. schau doch mal rein.

eine alternative zu robo-advisors sind z.b. social-trading-plattformen wie wikifolio oder etoro. auf diesen seite „folgst“ du einem privaten investor bei allen ein- und verkäufen. sei dir bitte dem risiko bewusst. 

growney: grow your money

anleihen.

staatsanleihen (auch goverment bonds) kann man als staatlich aufgenommene kredite ansehen, die später mit einem zinssatz zurückgezahlt werden. je nach bonität, also der finanziellen bewertung eines landes, werden diese mit höheren zinssätzen (demnach auch höherem risiko) vergütet. dabei erhält der erwerber in manchen fällen die option, eine inflations-geschützte (oder inflation-linked) anleihe zu erwerben, welche neben dem zins auch gemessene inflationsverluste ausschüttet. 

unternehmensanleihen (auch corporate bonds) verhalten sich gleichermaßen. ein unternehmen sucht geldgeber und fixiert einen zinssatz für diesen kredite. auch hier wird höheres risiko mit höherem zinssatz vergütet. statt inflationsschutz werden hier gerne beinamen wie fallen angels oder high yield bonds verwendet, die ein besonders hohes risiko/zinssätze markieren sollen.

es gilt grundsätzlich: je kürzer die laufzeit eines investments, umso höher sollte der anleihenanteil im portfolio sein. in der praxis ist damit die restzeit bis zur rente und damit notwendiger auszahlungen/verkäufe gemeint. je näher die rente kommt, umso sicherer muss das investment sein. anleihen lassen sich bequem per etf integrieren.

immobilien & reits.

immobilien gelten seit jeher als äußerst sichere und nachhaltige anlage. wir unterscheiden hierbei zwischen drei anlagetypen.

  • selbstgenutztes wohneigentum. aus steuerlicher betrachtung gibt es wohl keine bessere anlage, da hierbei keine mieteinnahmen versteuert, dafür aber insbesondere langfristig gesehen, hohe mietausgaben gespart werden können. dazu kommt eine unbezahlbare, emotionale sicherheit, die keine andere anlage bieten kann.
  • komplette immobilien zur weitervermietung zu erstehen, empfehlen wir (aktuell) nicht. die gründe hierfür sind (1) die aktuelle marktlage, (2) die hohen initialen kosten, sowie (3) die geschmälerte rendite durch renovierungsmaßnahmen, steuern und sonstige kosten. 
  • mithilfe von reits, real estate investment trusts, kann ein zwischenweg abgebildet werden. hierbei wird in form eines etfs in viele einzelne immobilien investiert und diese werden dann ohne zutun des investors verwaltet. aber auch hier müssen die renditen (also mieteinnahmen) versteuert werden. die streuung in regionen, immobilientypen (büros, industriehallen, wohnhäuser, etc.) und in unterschiedliche preisklassen, reduziert das risiko maßgeblich.

tages- & festgeld.

die üblichen zinssätze für diese anlageklasse liegen derzeit nicht sonderlich hoch. wie du bereits gelernt hast, sind dafür die niedrigen leitzinsen verantwortlich. auch hier gilt, umso höher der zinssatz, umso höher das risiko. doch was spricht trotzdem dafür, einen teil der liquiden mittel auf diese konten zu transferieren?

grundsätzlich lautet unsere empfehlung neben allen anlagen immer liquide mittel bereitzuhalten. diese müssen nicht tagesgenau vorhanden sein, aber dürfen auch nicht in volatile investments verplant sein. denn, und dieser leitsatz wurde insbesondere in der coronakrise bestätigt:

„immer wenn du geld brauchst, steht der markt schlecht und immer wenn der markt schlecht steht, brauchst du geld.“

da girokonten oder sparbücher keine merklichen zinsen bieten, solltest du also für diese sicherheits-rücklage auf die oben genannten optionen zurückgreifen, um wenigsten einen kleinen zins auf diese einlage zu erhalten. als tagesgenaue rücklage dienen weiterhin dein girokonto und deine bargeldreserven. du findest auf der nächsten seite eine topliste von tages- und festgeldanbietern, die unsere seite monetarisiert.

edelmetalle & kryptos.

vielleicht wunderst du dich, warum wir edelmetalle und kryptos zu einer unterseite verbunden haben. doch diese assets verbindet viel mehr, als du vielleicht denkst.

  • begrenztes angebot (und vorkommen) bei steigender nachfrage
  • gold hat neben seiner überschaubaren, industriellen verwendbarkeit mittlerweile nur noch einen historischen bzw. gesellschaftlichen wert, da der früher geltende goldstandard abgeschafft wurde. somit teilen diese assettypen selbige grundlagen zur wertbildung. 
  • beide assets gelten als inflationsabsicherung durch ihre begrenzte verfügbarkeit.
  • beide assets teilen die symbolik, währungs- und regierungsfrei und weltweit anerkannt zu sein.

wir empfehlen, insbesondere bei investments ab 5.000€ eine geringe beimischung (0,5 – 2%) beider assetklassen. in unserem privatportfolio sind beide assets mit etwa 1,5% vertreten.

individuelle investments.

mit individuellen investments sind persönliche (kauf-)entscheidungen gemeint. hierzu zählen u.a. der ausbau deiner immobilie, der kauf eines fahrzeugs oder spezifische kredite an unternehmen (p2p-kredite) oder an deine eigene firma (z.b. die gmbh-einlage). wir zählen diese entscheidungen bewusst mit in das gesamtportfolio, da diese auch für renditen sorgen können, ob nun direkt messbar oder nicht. wenn du also mit deinem neuen fahrzeug zu kunden fährst und aufträge abwickelst, ist dein fahrzeug für dich persönlich viel rentabler als z.b. eine apple-aktie im depot. es ist wichtig, dein vermögen und anlage-entscheidungen hierfür immer global und somit auch abseits deines portfolios zu betrachten.

risiko.

du hast nun einige assetklassen kennengelernt. wie bereits eingangs erwähnt, besitzen assetklassen auch unterschiedliche risiko- und demnach renditeerwartungen. grundsätzlich gilt, umso mehr renditeerwartung, umso höher das risiko. diese lineare wird in der folgenden grafik sichtbar. ebenso kannst du erkennen, welche assetklassen eher sicherheitsorientiert und welche renditeorientiert sind. zu diesen begriffen kommen wir später ausführlich.

laufzeit.

das risiko, dass assetklassen mit sich führen, wird unter anderem durch die messgröße volatilität veranschaulicht. diese misst die kursschwankungen innerhalb eines zeitraumes. in volatilen assetklassen dauert es also länger, bis du „sicher“ im plus bist. dafür fällt dieses plus dann, statistisch gesehen, auch höher aus. volatilität ist aber nicht immer eine sinnvolle messgröße, da diese auch die renditeberechnung selbst beeinhaltet. wir wollen uns folgenden merksatz einprägen.

„an der börse ist 2 + 2 nicht 4, sondern 5 – 1. die kunst besteht darin, die -1 auszuhalten.“

es ist wichtig, nochmals zu betonen, dass die laufzeit ein wesentlicher faktor in deiner portfolioplanung sein muss. je früher du einen sicheren geldbetrag erhalten musst, umso sicherer sollte dein portfolio sein. du musst für assetklassen mit hoher renditeerwartung (teilweise) viel zeit mitbringen.

bist du hingegen jung und gerade erst im vermögensaufbau, kannst du sehr viel höhere aktienquoten verwenden, da die restlaufzeit nur eine untergeordnete rolle spiel.

wissen anwenden.

das war umfassend, oder? du solltest nun wissen, dass die assetklassen auch unterschiedliche risikoprofile, aber demnach auch renditeerwartungen innehalten. mit einer breiten streuung in verschiedene assetklassen, auch diversifikation genannt, reduzierst du dein risiko. 

wir wollen wir nun etwas konkreter werden und deinen charakter auf dein aktives investment vorbereiten, sowie individuelle wünsche wie die nachhaltigkeit oder soziale faktoren beim investieren besprechen.