portfolios.

grundstruktur.

um möglichst ausgewogen zu investieren, definieren wir vor der erstellung des portfolios drei übergeordnete „inhaltstypen“. abhängig von deinem individuellen risikoprofil, werden diese mit unterschiedlichen allokationen ins portfolio eingebaut.

renditeorientiert

i.d.r. durch aktien-etfs, reits oder risikoreiche anleihen realisert.

sicherheitsorientiert

i.d.r. durch europäische/us-anleihen oder gold realisiert.

booster

i.d.r. durch themen-/branchen-etfs oder z.b. kryptos realisert.

risikoprofile.

empfohlen bei:

  • 0-3 jahre bis zur rente
  • sehr geringe risikotoleranz (5% volatilität p.a.)
  • 1-2% rendite p.a.

 

umsetzung mit:

80% sicherheitsorientiert

20% renditeorientiert

0% booster

empfohlen bei:

  • 3-6 jahre bis zur rente
  • geringe risikotoleranz (10% volatilität p.a.)
  • 2-3% rendite p.a.

 

umsetzung mit:

70% sicherheitsorientiert

30% renditeorientiert

0% booster

empfohlen bei:

  • mind. 5 jahre bis zur rente
  • mittlere risikotoleranz (15% volatilität p.a.)
  • 3-4% rendite p.a.

 

umsetzung mit:

60% sicherheitsorientiert

35% renditeorientiert

5% booster

empfohlen bei:

  • mind. 10 jahre bis zur rente
  • mittlere bis hohe risikotoleranz (20% volatilität p.a.)
  • 4-5% rendite p.a.

 

umsetzung mit:

50% sicherheitsorientiert

45% renditeorientiert

5% booster

empfohlen bei:

  • mind. 15 jahre bis zur rente
  • hohe risikotoleranz (30% volatilität p.a.)
  • 5-6% rendite p.a.

 

umsetzung mit:

30% sicherheitsorientiert

60% renditeorientiert

10% booster

empfohlen bei:

  • mind. 20 jahre bis zur rente
  • sehr hohe risikotoleranz (40% volatilität p.a.)
  • (>) 6-7% rendite p.a.

 

umsetzung mit:

20% sicherheitsorientiert

70% renditeorientiert

10% booster

weltportfolio.

für die basis deines renditeorientierten anteils empfehlen wir immer ein weltportfolio. dafür gibt es nun zwei (bzw. vier) indizes, die versuchen zusammen die welt abzubilden. die gewichtung der einzelnen unternehmen erfolgt dabei nach marktkapitalisierung. d.h. umso größer ein unternehmen, umso stärker ist es im index gewichtet. weiter unten zeigen wir dir noch das welt-faktor-portfolio, in dem du andere faktoren als marktkapitalisierung nutzen kannst.

~ 70%

msci world

oder ftse world

  • mit dem world-index sind aktien aus aktuell 23 industrieländer der welt gemeint. dazu gehören z.b. die usa, deutschland, frankreich, großbritannien und japan. der index verfolgt dabei (aktuell) 1600 einzelaktien

+

~ 30%

msci emerging markets

oder ftse emerging markets

  • mit dem emerging-markets-index sind aktien aus aktuell 27 schwellenländer der welt gemeint. dazu gehören z.b. brasilien, russland, china und indien. der index verfolgt dabei (aktuell) 1400 einzelaktien

welt-faktor-portfolio.

eine weitere grundlage für deinen renditeorientierten anteils kann ein weltfaktorportfolio sein. hier wird ein weltportfolio aus faktoren-etfs erstellt, um theoretisch mehr rendite zu erzielen. es gibt einige studien hierzu, die du dir ansehen kannst. behalte jedoch im hinterkopf, dass mehr einzeltitel im portfolio auch mehr aufwand und ggf. höhere kosten bedeuten können. 

20%

world quality

20%

world momentum

20%

world value

20%

world small cap

20%

emerging markets

eu-ergänzung.

als beimischung zum weltportfolio raten wir dazu, europäische aktien-etfs zu integrieren. der grund hierfür ist das massive übergewicht der usa in einem klassischen weltportfolio. der usa-anteil liegt bei über 65% im welt-index (msci world, ftse world). 

damit auch die eu-gewichtung näher an reale wirtschaftsverhältnisse herankommt, kannst du beispielsweise folgende indizes mit 5 – 15% in deinen renditeorientierten anteil einfließen lassen.

  • MSCI Europe (15 europäischen Industrieländer)
  • MSCI EMU (europäischen wirtschafts- und währungsunion)
  • STOXX Europe 600 (600 größte unternehmen der eurozone)
  • STOXX Europe 50 (50 größten unternehmen der eurozone.)
  • und viele weitere europäische indizes

 

d.h. mit einer beimischung von 10% eu-etfs, wärst du bei etwa: 65% welt-index, 25% emerging-markets-index, sowie 10% eu-index innerhalb deines renditeorientierten anteils.

sicherheiten.

kommen wir nun zum sicherheitsorientierten anteil in deinem portfolio. die empfehlung hierfür lautet, etwa 75% in europäische staatsanleihen und etwa 25% in europäische unternehmensanleihen zu investieren. wenn du dein portfolio kompakt halten möchtest, gibt es die option einen aggregate bond zu wählen, der sowohl staats- als auch unternehmensanleihen beeinhaltet – in nur einem etf.

wenn du etwas höheres risiko auch im sicherheitsanteil tolerierst, gibt es folgende optionen:

  • statt europäischer anleihen kannst du globale anleihen nutzen. der vorteil sind hierbei meiste höhere renditen, dafür nimmst du aber einerseits (meistens) eine fremde fondwährung (z.b. us-dollar) und zusätzlich ein höheres risiko in kauf.
  • zudem kannst du bei den unternehmensanleihen auf die bereits erwähnten „high yield bonds“ oder die „fallen angels“ zurückgreifen – diese investieren bewusst in äußerst risikoreiche anleihen. aber auch hier bist du durch die diversifikation weitgehend abgesichert.

~ 75%

europäische staatsanleihen

+

~ 25%

europäische unternehmensanleihen

doppelwette.

bitte sei dir bewusst, dass alle etfs, die in einer fremdwährung aufgelegt sind, z.b. in us-dollar, zu einer doppelwette führen. 

du investierst nicht nur in den indize eines etfs, sondern gleichzeitig in die jeweilige währung. symbolisch bedeutet das, dass beim verkauf erstmal in die fondwährung getauscht wird und erst danach zurück zur heimischen währung gewechselt wird. crasht also beispielsweise die us-wirtschaft, verlierst du i.d.r. nicht nur innerhalb des etf-indizes, sondern anschließend auch durch den damit zusammenhängenden crash des us-dollars. es ist wichtig, diese analogie zu verstehen.

  • deshalb empfehlen wir zumindestens den sicherheitsanteil in eur-fondwährung zu wählen
  • um auch den renditeorientierten anteil unabhängig von fremdwährungen zu gestalten, kannst du entweder ein in euro-aufgelegtes weltportfolio aufbauen, oder aber welt-etfs mit dem beinamen „eur hedged“ wählen. bei diesen werden entsprechende sicherheiten hinterlegt, die für weniger rendite, dafür aber für höhere sicherheit sorgen.

weitere sicherheiten.

es folgt nun ein gedankenstrang, der dich unterstützen soll, entscheidungen für weitere diversifikation zu treffen.

  • historisch gesehen, hat gold (und andere edelmetalle) den ruf als inflationsschutz, und gilt zudem als stabile und zukunftssichere anlage. deswegen kann nun darüber gestritten werden, ob gold nun eine renditeorientierte, oder aber ein sicherheitsorientierte anlage ist.
  • selbige diskussion wird auch für kryptowährungen geführt. die skepsis gegenüber kryptowährungen ist verständlich, im gleichen atemzug können deren vorteile gegenüber dem klassischen finanzsystem nicht geleugnet werden.
  • grundsätzlich gilt jedoch, dass nur die breite diversifikation sicherheit und langfristige renditestärke aufweist.
  • wir empfehlen also, beide werte partiell (mit jeweils 1-3%) in insbesondere volumen-größere (ab 5.000€) portfolios einfließen zu lassen. es muss abgewägt werden, ob die erweiterung um zwei weitere etfs notwendig und sinnvoll ist. halte dir hierfür vor augen, dass bei verkäufen meist pauschalabgaben für jede position anfallen. die gesamtausgaben beim verkauf steigen also mit jeder position im portfolio überproportional an.
  • wenn du diese assets nun integrierst, solltest du zudem entscheiden, ob edelmetalle oder kryptos für dich zum renditeorientierten, zum sicherheitsorientierten oder zum booster-anteil gehört. 

rendite-booster.

der booster-anteil in deinem portfolio soll dir ermöglichen einen konkreten fokus zu setzen. hierzu können einzelne aktien von unternehmen gehören, von denen du überzeugt bist, weil du beispielsweise viele produkte desgleichen nutzt. alternativ kannst du mithilfe von etfs auf branchen oder themen setzen, die für dich wichtig sind oder die du aktiv unterstützen möchtest. mit deinem booster-anteil gehst du ganz klar eine wette ein – und nicht jede wette gewinnt. aber diese individualisiert dein portfolio und macht es zu deinem portfolio. ein weiterer vorteil besteht darin, dass du die gesetzte wette viel besser einschätzen kannst als beispielsweise einen weltindex. wir wollen dir einige beispiele aufzeigen.

kosten von etfs.

obwohl etfs äußerst günstig sind, sollten auch die kosten dieser explizit erklärt werden. 

  • beim einkauf von etf-anteilen (ebenso bei einzel-aktien) fällt eine transaktionsgebühr an. diese fällt abhängig von deinem broker sehr unterschiedlich  aus. teilweise sind order kostenlos, teilweise gibt es pauschalgebühren im bereich von 0,99€ bis 9,99€ oder mehr, teilweise gibt es prozentuale gebühren auf das ordervolumen.
  • hinzu kommt beim einkauf der spread, den du auch als ausgabe einrechnen musst. beachte, dass du einkaufe immer während der handelszeit einer börse (je nach wertpapier) tätigst, da der spread zu diesen zeiten wesentlich geringer ausfällt.
  • die laufenden kosten von etfs, werden über die ter, die total expense ratio, berechnet. diese speist sich direkt aus dem fondvolumen, wodurch du keine realen kosten spürst. der emittent verkauft dafür täglich 1/365 der ter prozentual von den inneren anteilen.
  • beim verkauf fallen selbige gebühren wie beim einkauf an. einige broker verlangen für den verkauf zusätzliche gebühren. falls du mit dem verkauf gewinne realisierst, musst du außerdem mit der steuer rechnen. später dazu mehr.

etf-kriterien.

bei der konkreten etf-auswahl müssen drei kriterien beachtet werden.

(1) performance. läuft ein etf (trotz gleichen index) besser als ein anderer, ist dies ein zeichen von agilerer verwaltung oder kann über kurze zeiträume eventuell nur zufall sein.

(2) fondvolumen. wir empfehlen ausschließlich etfs, die mindestens 200, besser aber 300 mio. usd (oder euro) fondvolumen verwalten. du reduzierst damit das risiko, dass der etf früher oder später aufgelöst wird. du erhältst bei einer auflösung deine einlage natürlich zurück.

(3) kosten (ter). umso günstiger ein etf ist, umso höher ist dein anteil an der rendite. insbesondere bei langfristigen portfolios können kostenunterschiede im promill-bereich starke auswirkungen haben. ein etf gilt mit unter 0,15% ter als sehr günstig und ab etwa 0,5% ter als sehr teuer. 

broker und etf-titel.

um nun ganz konkrete etf-titel und -anbieter zu wählen, solltest du im ersten schritt einen broker wählen. der grund hierfür ist banal: einige broker bieten sonderkonditionen für bestimmte etf-anbieter, wodurch die auswahl sehr unterschiedlich ausfallen kann. in der nächsten lesson zeigen wir dir unseren broker und begründen, warum wir uns für diesen entschieden haben.

anschließend sehen wir uns genauer an, wann und wie du deine gewinne versteuern musst und sehen uns die freibeiträge für kapitalerträge an.